Menschenrechte


Ich bin jetzt regelmaessig in der Oeffentlichkeit.

Nicht nur dass ich in einem Toastmasters-Club meine Kommunikation trainiere, sondern ich engagiere mich insbesondere um die Aktionen von
dieopferderagenda2010.wordpress.com
– parteilos, ohne Lobby, nur mit einer (ebenfalls parteilosen) BGE-Initiative verbuendet.
Da der Initiator relativ provokant, sarkastisch und polarisierend vorgeht, empfehle ich empfindlichen Gemuetern, seine verschiedenen Homepages nur Schritt fuer Schritt zu erkunden.

In naechster Zeit will ich so etwas Aehnliches selbst machen und darauf aufbauen. Sowie die hinter den Kulissen stattfindende Vorbereitung so erklaeren, dass jeder das bei sich selbst machen kann. (Bisher sind dort Bastelanleitungen und die einzelnen Todesfaelle downloadbar – jedoch fehlt es noch an den Informationen fuer den Behoerdenpapierkram, wo und wie man eine Kundgebung ankuendigt. Da arbeite ich mich noch ein, und will das dokumentieren.)

Das bedeutet insbesondere, dass ich mich immer weniger um Autismus-spezifische Loesungen bemuehe, sondern immer mehr Loesungen verfolge, die der gesamten Oeffentlichkeit zur Hilfe gereichen.
Ein paar kleine und langfristige Punkte fuer Autisten sind zwar in der Vorbereitung, jedoch ist der Hauptaspekt die Politik im Hinblick auf Menschenrechte (und Selbstschutz vor unerwuenschten Abhaengigkeiten – um Unterdrueckung mal weniger anklagend zu formulieren).

Darum moechte ich hier erzaehlen, was mir bei den Aktionen so am Herzen liegt.
Zunaechst ein allgemeiner Ueberriss:

ich bin selten den gesamten Tag anwesend, da ich noch viele andere Termine habe – im Gegensatz zum Initiator, der tatsaechlich die komplette Zeit anwesend ist … ausser in den letzten Tagen, wenn die Presse sich mit ihm besprechen will, und er sich fuer diese Gespraeche woandershin begibt. (Ihr findet dazu genug Infos ueber seine Homepage, oder bei Maischberger, die ihn letzten Dienstag ins TV eingeladen hat am 13.05.2014.)
Meistens bin ich knapp die ganze Zeit anwesend, oder kurz fuer Abbau plus ein-zwei Stunden.
Zumindest jetzt, wo es jeden Tag eine Aktion gibt. Mehr schaffe ich nicht, ohne an privater Stelle irgendwo zusammenzubrechen.
Damit bin ich im Schnitt vermutlich halb so viel Zeit dabei wie der Initiator, und einer der Aktivsten.

Und ich rede mit den Passanten.
Die meisten laufen einfach vorbei – offenbar ist hier in Berlin so viel los, dass die meisten einfach ihre Ruhe haben wollen vor Werbung und Informationen und so …
aber viele Leute schauen durchaus im Vorbeigehen mal hin …
und dann gibt es auch immer welche, die sich die Todesfaelle in Ruhe anschauen, und darueber sinnieren …
je nach Standort ist so manchmal so wenig los, dass wir unter uns sind, oder an belebten Plaetzen dann staendig 3 bis 10 Leute irgendwo am Lesen sind.
Mit meinem Outfit und den Flyern (die ich Passanten anbiete) werde ich manchmal angesprochen oder es kommen Fragen.

Die meisten Gespraeche sind ganz banal – die wollen sich einfach nur bedanken. Dass mal jemand etwas macht.
Ich habe den Eindruck, die Leute sind erleichtert, wenn sie ihre Hoffnungen auf jemanden projezieren koennen.
Ein paar Leute sind in Gespraechen zwar grundsaetzlich zustimmend, jedoch irgendwo reserviert, manche in ihren Hoffnungen, andere haben andere Schlussfolgerungen oder so.
Und ganz wenige Leute sind noch negativ eingestellt oder regen sich sogar lautstark auf.
Dies sind fuer uns immer die ungewoehnlichsten Momente.
Soviel zum allgemeinen Ueberblick … 😉

Normalerweise muss ich immer schmunzeln, wenn so ein Kommentar kommt wie „Unerhoert!“, ‚dass man die Toten doch nicht mit der Agenda 2010 in Verbindung bringen kann‘.
Gestern jedoch hatten wir das erste Mal jemanden da, mit dem ich mich gerne mal ruhig hinsetzen wuerde, und die Situation sachlich aus seiner Perspektive erfahren haette.
Leider war ich in dem Moment offenbar in ein anderes Gespraech vertieft.
Denn dieser Mensch hat an der Agenda 2010 mitgearbeitet, und steht zur Agenda 2010.
Als ich das hoerte, wurde mir klar, dass ich solch einen Menschen nicht persoenlich provozieren will, sondern dass ich mit solch einem Menschen ein sachliches Gespraech auf Augenhoehe fuehren will, wenn ich einen guten Loesungsweg erarbeiten will.

Ich hoffe, ich werde anwesend sein, wenn sich das naechste Mal ein (konstruktives?) Gespraech ergibt mit jemandem, der frueher oder immer noch die Agenda 2010 sachlich vertreten will.

Ansonsten merke ich immer bei aufgebrachten Leuten, dass die eine unglaublich verzerrte Weltsicht haben, und die Menschenrechte auch mal ganz fix ignorieren („Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“) …
Das ist immer eine gute Pruefung, um Rhetorik und Ruhe zu bewahren, obwohl mein Gerechtigkeitssinn denen den Kopf und den moralischen Kompass geraderuecken will. Aber ich kann keine Menschen aendern, das koennen die nur selbst – also trainiere ich, mehr Ruhe zu bewahren, und sachlich zu bleiben.
Und wenn die Sprueche zu albern werden, dann haben wir etwas, worueber wir lachen koennen …

Daher stelle ich fest, dass diese Aktionen fuer mich eine therapeutische Wirkung haben:
– ich kann mit den anderen gut auskommen und wunderbar lachen
– ich mache etwas, wovon ich ueberzeugt bin, was mich erfuellt
– und ich bekomme von unglaublich vielen Leuten Dankbarkeit, manchmal sehe ich die Dankbarkeit sogar bei Polizisten … 😉
Gerade diese Dankbarkeit macht mich unglaublich gluecklich, und macht mir wiederum Hoffnung, dass unser Weg richtig und wie wertvoll es ist!

S

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wieder aktiv


Ich beschaeftige mich jetzt, nach langer Grueblerei-Phase auch aktiv, mit Politik.

Und den Menschenrechtsverletzungen durch unser System.

 

SG

 

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neue Ziele


Nun, da ich den Kommentar abnicken musste kann ich die Gelegenheit nutzen, um zu verkuenden, dass ich in den naechsten Wochen hier wieder schreiben werde.

Allerdings nicht fuer Berichte ueber auticon, sondern fuer ein anderes Thema.

 

 

Sascha

 

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gekuendigt zum Jahreswechsel


Um nicht wortlos abzubrechen, und Fragen im Raum zu belassen, will ich einmal den Spagat versuchen, das Ende des Arbeitsverhaeltnisses zu erlaeutern, ohne Interna auszuplaudern.

Die benannten Gruende waren fachlicher Natur, durchaus nachvollziehbar. Spaeter hatte ich noch einen Wortwechsel, bei dem ich meinen Blickwinkel zu den fachlichen Erwartungen angesprochen habe. In diesem Gespraech fiel mir eine alternative Loesung auf, aber da waren die Wuerfel bereits gefallen – das zu verfolgen waere mir zu stressig geworden.

Nun verfolge ich meinen Weg, und womoeglich kreuzt sich dieser zukuenftig nocheinmal mit auticon. Jetzt wissen beide Seiten genauer uebereinander Bescheid, und unter welchen Rahmenbedingungen wir zueinanderfinden.

Der fuer mich wichtigste Punkt bezieht sich dabei auf den Konflikt – dass soetwas schneller geloest wird. Ich habe diesbezuegliche Aenderungen fuer die Zukunft mitbekommen, und nehme an, dass das mittlerweile im Gange ist. Aber erleben oder begutachten kann ich sie natuerlich jetzt, von aussen, nicht mehr .

Ich bin gespannt, wie sich auticon entwickelt, und harre der Neuigkeiten.

Sascha

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Abbruch


Der Konflikt ist bis heute nicht geklaert.

Ich werde das hier bis auf Weiteres aussetzen.

 

Sascha

 

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11/12: KW 46 – Ikea basteln


Mo 12.11.
Wir haben Moebel aufgebaut.
In den hinteren Raeumen, die erst jetzt fertig sind, werden wir demnaechst arbeiten. Und jetzt richten wir sie ein. Munteres Ikea-Basteln, so wie letzte Woche, nur intensiver.
Ich helfe bei der Kueche, die sieht bisher richtig kahl aus. Ein Bekannter eines Teammitgliedes uebernimmt die schwierige Kueche. Grossteils arbeiten wir zu dritt. Aber bis die Anschluesse dran sind, muessen wir erst die genauen Positionen der Moebel haben – und wir haben so viele Einzelteile, dass man gar nicht ueberblickt, was zusammengehoert.
Darum bauen wir erstmal die grossen Gehaeuse fuer die Kuechenzeilen. Das dauert den gesamten Tag.

Zwischendurch haben wir einen Termin, bei dem wir Consultants uns endlich mal alle kennenlernen sollen.
Wir sassen also alle im Raum, haben (fast) alle von uns erzaehlt, und danach in Kleingruppen noch geplaudert.
Bei der Vorstellungsrunde habe ich noch Nachwehen des Streits letzte Woche mitbekommen. Keine Aussprache wollen, aber sich sticheln erlauben zu koennen glauben … menschliche Psyche nicht nur bei NTs … ich werde richtig philosophisch.

Di 13.11.
Kuechenbau, wir koennen unterscheiden, was Haengeschraenke sind, und was unten hingehoert, und was noch irgendwie anderer Kram sein muss.
Aber nur allmaehlich sehen wir, welche Gehaeuse definitiv zu welchem Geraet gehoeren.

Mi 14.11.
Waehrend der Kollege mit Bohren und den Anschluessen der Kuechengeraete beschaeftigt ist, bin ich bei den Schubladen oder assistiere.

Do 15.11.
Die Kuechengeraete sind funktionabel, aber es dauert noch, den ganzen Dreck zu entfernen.
Ist auch noch ne Menge Kleinkram. Es stinkt nach dem Kleber fuer die Bodenleisten.

Zum Feierabend habe ich von einem der „neuen“ Consultants einen Tipp erhalten, wie ich ein ersehntes Feature in unsere Zeitabrechung einbauen kann.
Daran habe ich nachts noch 5 Stunden gesessen.

Fr 16.11.
Zum ersten Mal bin ich wieder wegen etwas regulaerer Arbeit am Rechner.
Dummerweise sollte ich mit meinem Transporter eine Fahrt nach Ikea machen, aber der Kaelte wegen springt der Motor nicht an, vermutlich ist der Diesel ausgeflockt. Dabei habe ich extra den halben Tank mit Winterdiesel gefuellt.

Immerhin waren die Leute von autworker wieder da, hatten ihren zweiten Termin mit den anderen Consultants. Das erste mal waren sie da, als wir unsere Schulung an der alten Adresse hatten.
Hatte ein nettes Gespraech mit denen und viele neue, wertvolle Informationen.

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11/12: KW 45 – Umzug, Schulung & Konflikt


Mo 5.11.
Nachdem mein Urlaub vertagt ist, bin ich morgens in den neuen Raeumen angekommen.
Die neuen Consultants sind noch in den alten Raeumen, aber wir packen die neuen Moebel aus und bauen alles auf, damit die Neuen meoglichst wenig Trouble abbekommen von dem Umzug.
Da wir alle vorhandenen Moebel aufgebaut bekommen, koennen die Neuen ab morgen auch in den neuen Raeumen weitermachen.
Dabei hat uns unter anderem Consultant-Nachwuchs geholfen – ein junger Bube war dabei, und hat mal geholfen, mal sich ruhig beschaeftigt, und manchmal mit uns herumgealbert.
Donnerstag kommen wohl weitere Moebel.

Die ganze Etage duerfen wir nutzen, allerdings nur die Haelfte koennen wir nutzen.
Wie angekuendigt sind ein paar Handwerker dabei, die restlichen, hinteren Raeume aufzubereiten.
Toiletten sind funktionabel, aber nur teilbeleuchtet. Kueche ist gerade mal ein leerer Raum.
Nur drei Raeume vorne sind gut nutzbar, je einer fuer die Consultant-Gruppen, und einer fuer Buero/Sekretariat.
Weiter hinten ist ein Raum fuer Server oder Kram geplant, aber dort riecht man schon die Bauarbeiten.
Vor den Toiletten und restlichen Raeumen ist nichtmal der Flur fertig.
In den restlichen Raeumen wird gemalert und Teppich verlegt. Die Heizungen sind aufgedreht – wir vermuten, dass dadurch der Teppichkleber besser trocknen soll.

Alles in allem: genug Platz um abgelegen noch einen Ruheraum zu kriegen, Besprechungszimmer zu haben, und/oder in Zukunft weitere Ausbildungsgaenge unterzubringen, falls ein paar von uns ihre Arbeit nicht beim Kunden machen.

Nebenbei: eine der beiden JobCoach-Damen ist krank. Passenderweise ist gerade die Kollegin diese Woche anwesend, die demnaechst in einer der Zweigstellen die Consultants begleitet.
Bisher hatte ich als einziger Consultant (den einen) Krankheitstag, der erste Krankheitstag der ganzen Firma. Jetzt kommen wohl die Winterleiden dazu.

Di 6.11.
Wir haben jeder von uns fuer sich gearbeitet, bzw. bissel herumgealbert.
Und uns in dem neuen Raum verteilt. Fuer uns sechs ist das sehr beengt, aber die Aufteilung in den Raeumen wird sich eh noch einspielen muessen.
In einer Pause konnten wir kurz die Neuen alle sehen, um deren erste Gruppenaufgabe mit unserer Gruppenaufgabe von damals zu vergleichen.
In der Mittagspause haben wir gemeinsam eingekauft. Kaffemaschine und Wasserkocher, bissel Plastikbesteck fuer die nicht nutzbare Kueche.
Als wir zurueckkommen, sind die Neuen alle weg – die haben in ihrer ersten Woche nur halbtags.
Ab naechster Woche sind sie auch ganztags hier. Und Donnerstag erwarten/erwartet die auch Hajo Seng.
So nebenbei erfahre ich, dass erneut ein Projekt kurz vor dem Vertrags-Abschluss erscheint, und ein Kollege sich darauf vorbereitet. Mal schauen, wann es endlich zum ersten Auftrag kommt, zur ersten Unterschrift.

Mi 7.11.
Scheinbar haben die anderen teils neue Arbeitsinstruktionen erhalten, denn: wie ich an dem Tool arbeitet kaum wer. Unser Netzwerk-Consultant richtet weitere Sachen ein. Ich glaube, das sind u.a. die Kabelanschluesse oder Routerkram in einem der anderen Raeume.
Ich schotte mich heute oft ab, benutze nen Kopfhoerer, entspanne bei Mahler.
Morgen kommen Kooperationspartner nach Berlin, und geben uns eine Schulung in einem neuen Tool – aehnlich dem Bisherigen, mit anderen Blickpunkten.
Da unsere neuen Raeume nocht nicht ausreichend fertiggestellt sind, gehen wir fuer diese Schulung in die alten Raeumlichkeiten.

Do 8.11.
Die Schulung geht auch dieses Mal zackig voran. Den Dozenten kennen wir vom letzten Mal, als er Assistent war. Er bringt eine Assistentin mit.
Viel theoretische Perspektiven, aber nur Weniges davon bringt uns bei unserem jetzigen Level voran.
Wir Consultants gehen irgendwann dazu ueber, per Skype zu plaudern.
Dabei bricht ein Konflikt auf, und was fuer einer.

Wenn auch alles nur per Skype kommuniziert wird, und Hr. Herwig oder die Dozenten nichts davon mitbekommen, so ist das doch ein ganz erheblicher Vorwurf.
Ich habe jemanden beleidigt, es nicht mitbekommen, und nun bekomme ich alle angestauten Vorwuerfe per Skype ab. Aussprache nicht erwuenscht.
Ich breche die Schulung ab, und gehe ins Buero, zu einem Gespraech mit einem JobCoach.
Selbst abends flammt der Streit nochmal auf. Darunter auch Vorwuerfe, die ich im Skype Protokoll nichteinmal wiederfinde.
Ein Kollege spricht mich noch sachlich an, ansonsten kommen diesbezueglich lauter emotionalisierte Vorwuerfe. Und zwei Kollegen halten sich einfach raus.

Zumindest habe ich dabei die Raeume begutachten koennen. Jetzt sind auch die hinteren Raeume fast fertig. Nur die Kueche ist noch voellig leer.

Fr 9.11.
Die Schulung geht heute etwas mehr ins Eingemachte, allerdings koennen wir noch immer keine eigenen Projekte begutachten. Daher ist das noch zu viel Theorie, um es irgendwie anzuwenden.
Unser Ausbilder Herr Herwig meint, wir wuerden das spaeter erarbeiten, wenn der Umzug abgeschlossen ist.

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